Foto: R. Kritsch

Der Ablauf einer Mediation


Der idealtypische Verlauf einer Mediation wird als "Phasen-modell" bezeichnet, wobei sich je nach "Schule" verschiedene Modelle herausgebildet habe. Die Unterschiede sind allerdings zum Teil eher begrifflicher Art und sollen vorliegend vernachlässigt werden. Nach dem hier vorgestellten Modell gliedert sich die Mediation in fünf bzw. sechs Phasen.

In der ersten (Vorbereitungs-)phase , dem "setting", werden die Parteien in einer möglichst vertraulichen und angenehmen Gesprächsatmosphäre über den Ablauf und die Kernelemente der Mediation informiert. Die Rechtsfragen der Mediation werden geklärt, sofern das nicht schon im Vorfeld geschehen ist, und ein Mediationsvertrag wird geschlossen, der Honorare, Haftung usw. regelt.. Weiterhin werden Gesprächsregeln, denen eine große Bedeutung zukommt (ausreden lassen, Vertraulichkeit, respektvoller Umgang ...) erläutert, ergänzt und ebenfalls vereinbart.

In Phase 2 (Konfliktdarstellung/Problemerfassung) bekommt jede Partei Gelegenheit, aus eigener Sicht das Problem ausführlich und ungestört zu schildern und darzulegen, worum es ihr geht. Alle Informationen werden gesammelt, protokolliert und vorstrukturiert. In dieser Phase findet die Kommunikation im wesentlichen über den Mediator statt: die Parteien berichten ihm, er fragt nach, fasst zusammen usw...

Phase 3 (Konflikterhellung/Problemanalyse) dient dazu, die dem Konflikt zugrundeliegenden Interessen, Wünsche und Bedürfnisse herauszuarbeiten, zu erkennen und zu verstehen. Dabei werden erstmals zutage tretende Gemeinsamkeiten gesondert notiert. In dieser Phase findet zunehmend eine Kommunikation unmittelbar zwischen den Parten statt. In der Phase 4 (Lösungssuche) geht es darum, in einem kreativen "brain-storming" Lösungsalternativen zu entwickeln und gegeneinander abzuwägen. Die gefundenen Lösungen werden in Phase 5 in einer Mediationsvereinbarung rechtsverbindlich fixiert und ggf. in einem Folgetermin (Phase 6) daraufhin überprüft, ob sie funktionieren und eingehalten wurden.

Weit verbreitet ist Mediation im Familien-, im Erb- und im Arbeitsrecht. Zunehmend Bedeutung erlangt Mediation im Wirtschaftsrecht. Es stellt dort ein sehr innovatives Instrument der Problemlösung dar. Das gilt einmal für innerbetriebliche Konflikte (Umstrukturierungen, Unternehmensnachfolge, Gesell-schafterkonflikte, Projekte), zum anderen extern im Rahmen von Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern. Nicht zuletzt im internationalen Wirtschaftleben bietet Mediation wegen der Zeit- und Kostenersparnis Vorteile.

Vor allem bei Dauerschuldverhältnissen (Miete, Pacht, lang-fristige Lieferverträge, Kreditverträge), in denen es aufgrund der Natur der Sache auf eine tragfähige Lösung für die Zukunft ankommt, hat sich Mediation bewährt.





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